Methode zur Stressbewältigung in der Langzeitpflege

In meinem aktuellen Beitrag stelle ich Ergebnisse meiner Masterarbeit vor, die die Wirksamkeit der Herzintelligenz-Methode (HeartMath) als Ressource zur Stressprävention bei Pflegepersonen in der Langzeitpflege untersucht. Die Kombination aus Herzintelligenz-Training und begleitenden Schulungen zeigte sich als effektiver Ansatz zur Steigerung von Resilienz, Selbstwirksamkeit und Stressbewältigung.

Die Studie belegt, dass das Training das psychische und physische Wohlbefinden der Mitarbeitenden stärkt und ihre Fähigkeit verbessert, belastende Situationen im Pflegealltag besser zu verarbeiten. Gerade vor dem Hintergrund der steigenden Anforderungen und Belastungen in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen liefert diese Methode einen vielversprechenden Beitrag zur Förderung der Mitarbeitergesundheit.

Methode zur Stressbewältigung

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sind in ihrer täglichen Arbeit großen psycho-physiologischen Belastungsfaktoren ausgesetzt. Mit Auftreten des SARS-CoV-2-Virus Anfang 2020 haben sich diese weiter verstärkt. Viele Trägerorganisationen berichten, dass es zunehmend schwieriger wird, qualifizierte Pflegefachkräfte zu gewinnen bzw. im Beruf zu halten.

Vor diesem Hintergrund sind Maßnahmen zu fördern, die eine bessere Stressverarbeitung und Regenerationsfähigkeit ermöglichen, um damit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lange und gesund im Beruf zu halten. Eine denkbare Strategie ist der Einsatz der Herzintelligenz-Methode (HeartMath). 

Wirksamkeit in der Langzeitpflege

In der Mixed-Methods-Studie wurde die Wirksamkeit der Herzintelligenz-Methode als Ressource zur Stressprävention und verbesserten Stressverarbeitung bei Pflegepersonal in der Langzeitpflege untersucht. Die Datenerhebung erfolgte mittels Stressverarbeitungsfragebogen SVF 78, biofeedbackgestützter Messung der Herzratenvariabilität (HRV) und teilstandardisierter Interviews.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Anwendung der Herzintelligenz-Methode, kombiniert mit Schulungen zur Steigerung der mentalen Stärke sowie zur Bewältigung individuell wahrgenommener Stressoren zu einem verbesserten psycho-physiologischen Stresserleben beiträgt. Die Messbarkeit des Trainingseffektes erhöhte die Motivation, die Übungen selbständig zu praktizieren. 

Kommentar

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die wertvollste Ressource von Gesundheits- und Pflegeunternehmen. Es mutete kurios an, dass Menschen, die andere dabei unterstützen, mit ihren Gebrechen zurande zu kommen mitunter ihre eigene Gesundheit vernachlässigen. Dabei bedarf es gerade jener Aufmerksamkeit, um frühzeitig auf Warnsignale zu reagieren und steuernd entgegenzuwirken. Der professionelle Umgang von Mitarbeitenden mit Disstress und die Entwicklung wirksamer Bewältigungsstrategien wird zunehmend wichtiger. Die Untersuchung von Kollegin Bauer liefert wichtige Erkenntnisse zur Stressverarbeitung und Regenerationsfähigkeit. Solche Einsichten ermöglichen es, Menschen im Pflegeberuf zu halten und zu gewinnen. 

Prof. Dkfm. Dr. Christoph Zulehner, Krems